So lassen sich Arbeit und Meeting 4.0 in denkmalgeschützten Gebäuden umsetzen

Ob Collaboration, CoWorking, interaktive Meetings oder Videokonferenzen mit Live-Streaming: Arbeiten und Meeting 4.0 stellen neue Anforderungen an Räume in Unternehmensgebäuden. Wird ein Gebäude neu gebaut, werden die Räume meist direkt auf diese neuen Anforderungen zugeschnitten. Anders ist es in Bestands- und denkmalgeschützten Gebäuden, sei es in Konferenzzentren, Hotels oder Firmenzentralen. Hier werden Architekten vor neue Herausforderungen gestellt. Was sind die typischen Herausforderungen beim Planen von neuen Arbeitswelten im Bestand und im Denkmalschutz und wie lassen sich diese lösen? Diplom-Ingenieur Hugo Nägele stellt in diesem Fachbeitrag einige typische Herausforderungen und passende Lösungsansätze vor. Hugo Nägele ist Vertriebsingenieur bei der macom GmbH und Experte für die Fachplanung in Bestandsgebäuden.

„Als Europas führender Medientechnik-Fachplaner und Technologieberater kennen wir Bauprojekte im Bestand und in denkmalgeschützten Gebäuden. Wir haben hier schon viele Überraschungen erlebt. Sei es die bestehende technische Infrastruktur, die weitergenutzt werden soll. Doch mitten im Projekt wird deutlich, dass sie für die neuen Anforderungen nicht ausgelegt ist. Oder aber der Denkmalschutz-Beauftragte wurde erst spät involviert und möchte dann das architektonische Konzept nicht wie geplant umsetzen. Um diese Fallstricke zu vermeiden, kommt es auf einen erfahrenen Fachplaner und eine gute Abstimmung zwischen allen Projektbeteiligten an“, erklärt Hugo Nägele.

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Gestiegene Anforderungen an Gebäude und Räume

Häufig wurden Bestandsgebäude ursprünglich nicht für moderne Use-Cases gebaut. Je älter das Gebäude, desto größer die Probleme, die hier entstehen können. Besonders im Corporate-Bereich müssen deshalb nicht nur gestalterische Aspekte, sondern auch funktionale Aspekte bei der Renovierung bedacht werden. „In klassischen Konferenzräumen mag das ohne tiefergehende fachplanerische Erfahrung möglich sein. Doch sobald Themen wie Videokonferenz, Live-Streaming, Unified Communication und kollaboratives Arbeiten ins Spiel kommen, lohnt es sich, einen Fachmann mit einzubeziehen, der die Nutzeranforderungen dieser modernen Use-Cases genau kennt“, betont Hugo Nägele. Muss nicht nur eine einfache Projektionslösung installiert werden, sondern gilt es auch, die Raumakustik und die Beleuchtungssituation zu verbessern, sind weitere Konflikte mit dem Denkmalschutz vorprogrammiert, die gelöst werden müssen.

Wie ist hier das beste Vorgehen? Hier ist zunächst die Frage zu beantworten, welche Voraussetzungen herrschen? Gesetzliche Vorgaben bestehen zunächst hauptsächlich bei denkmalgeschützten Gebäuden. Hier gibt es Vorgaben aus dem Landes- und aus dem Bundesrecht, beispielsweise aus den Landesdenkmalgesetzen und dem Städtebaurecht des Bundes. Ziel dieser Vorgaben ist es immer, bauliche Anlagen aus historischen Gründen zu erhalten. Das heißt, dass prinzipiell alles mit einem Denkmalschutzbeauftragten abgestimmt werden muss, was gestalterisch und damit sichtbar verändert wird.

„Die direkte Abstimmung läuft in der Regel über den Architekten. In Bezug auf die Medientechnik, die Raumakustik und die Beleuchtung ist deshalb auch eine enge Abstimmung zwischen dem Architekten und dem Medientechnik-Fachplaner wichtig“, erläutert Nägele. In modernen Arbeitswelten sind nicht nur die gestalterischen Aspekte, sondern auch die funktionalen Aspekte eines Raumes zu beachten. Je nach Nutzeranforderungen sind diese besonders in denkmalgeschützten Räumen immer schwieriger umzusetzen.

Das beste Vorgehen ist hier, alle Projektbeteiligten frühzeitig an einen Tisch zu holen. Dazu gehört auch die zuständige Denkmalschutz-Behörde. Zwar ist diese oft unbeliebt, da sie den Ruf hat, Projekte zu verzögern. „Aber deshalb ist es umso wichtiger, möglichst früh proaktiv auf die Behörden zuzugehen. Das schafft ein positives Klima und signalisiert Gesprächsbereitschaft. Schon das kann Abstimmungen vereinfachen. Zudem können absolute No-Gos in einem frühen Projektstadium erkannt und damit umgangen werden. Das verhindert kostenaufwändige Verzögerungen in der Bauphase“, weiß Hugo Nägele.

Interaktive Medientechnik in ehrwürdige Gemäuer integrieren

In historischen Bestandsgebäuden sollen medientechnische Komponenten wie Displays, Lautsprecher, Mikrophone meist harmonisch in die Architektur integriert werden. Nur so lässt sich eine klassische Atmosphäre erhalten. Lautsprecher können beispielsweise in Säulen eingebettet werden, Projektoren aus der Decke herabfahren oder Displays hinter Abdeckungen verschwinden, wenn sie nicht mehr benötigt werden. „Muss aber die Raumakustik beispielsweise für ein Videokonferenzsystem verbessert werden, geht das einen Schritt weiter. Oft müssen hier rein gestalterischen Elementen weitere Funktionen zugeordnet werden. Sei es beispielsweise die Holzvertäfelung, die mit einer Mikroperformation ausgeführt wird, um die Nachhallwirkung der schallharten Fläche zu verringern“, erklärt Nägele.

Das sind Dinge, die mit dem Architekten frühzeitig besprochen werden müssen. Hier ist es von Vorteil, wenn der Medientechnik-Fachplaner Erfahrung mit den Anforderungen der Technik, der Use-Cases und des Denkmalschutzes hat.

„Fehlende Erfahrung und fehlende Abstimmung führen häufig zu provisorischen Lösungen. Beispielsweise wird die Technik quasi mobil ausgeführt, damit offiziell keine gestalterische Veränderung vorliegt. In Meeting-Räumen heißt das, dass Displays und Videokonferenzsysteme auf einem fahrbaren Wagen installiert werden, mit dem man sie theoretisch in einen anderen Raum schieben könnte. Faktisch passiert das aber nicht. Solche Lösungen sehen in der Regel nicht sehr schön aus und bringen meist auch keine optimalen Ergebnisse im Betrieb“, betont Hugo Nägele.

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Technische Infrastruktur und räumliche Gegebenheiten im Konflikt mit neuen Use-Cases

Im Bestand bauen, heißt immer, dass man auf eine bestehende technische Infrastruktur trifft. Häufig ist diese nicht für moderne Anforderungen ausgelegt. Besonders bei denkmalgeschützten Gebäuden soll aber so viel wie möglich davon weitergenutzt werden. „Hier ist ein wichtiger Schritt in der gegenseitigen Abstimmung, die späteren Use-Cases der Räume und deren Nutzeranforderungen genau zu kennen. Ein Meeting-Raum, in dem standortübergreifend kollaborativ gearbeitet werden soll, hat ganz andere Anforderungen an Medientechnik, Raumakustik und Beleuchtung, als ein Standard-Meetingraum, der nur für einfache Besprechungen genutzt werden soll“, weiß Experte Hugo Nägele.

Besonders in denkmalgeschützten Gebäuden ist deshalb ist ein ergiebiger Review des Bestands wichtig. Es muss genau geprüft und erfasst werden, was da ist und was davon verwendet werden kann. In diesem Zusammenhang ist auch eine EoL-Einschätzung der bestehenden Technik sinnvoll.

Letztendlich muss alles in Einklang gebracht werden, die Nutzeranforderungen der Use-Case, der Bestand und die Vorgaben des Denkmalschutzes. „Das ist oft nicht so einfach und es verlangt eine große Erfahrung, um hier optimale Lösungen zu finden. Deshalb ist aber auch die frühe Abstimmung zwischen allen Projektbeteiligten so wichtig“, betont Hugo Nägele. Nur so können eine saubere Konzeptionierung und eine belastbare Kostenschätzung erfolgen und es lassen sich spätere, meist zeitaufwändige Überraschungen vermeiden.

Arbeit und Meeting 4.0 erhöhen die Anforderungen an Räume

Besonders in Bezug auf Collaboration und anderen agile Arbeitsweisen ist das relevant. Ein Beispiel ist das Thema Videokonferenzen und Unified Communication. Zwar werden hierfür die technischen Lösungen immer einfacher. Dafür werden aber die Anforderungen an den Raum höher. So muss beispielsweise die Netzwerktechnik ausreichende Bandbreiten für die Livekommunikation bereitstellen. Soll eine Videokonferenz mit Full-HD-Auflösung ohne nennenswerte Latenz übertragen werden, reichen die oft vorhandenen IT-Netzwerke aus. Doch wird beispielsweise ein Live-Streaming mit 4K/60 Hz HDR-Auflösung verlangt, kann es schnell zu Bandbreitenproblemen kommen. Zugleich müssen dabei mit der Unternehmens-IT auch immer die Sicherheitsaspekte abgeklärt werden. Sollen für das Übertragen von Audio und Video separate physikalische Netzwerke installiert werden, erfordert das weitere Abstimmungen.

Zudem sind auch eine gute Raumakustik und eine entsprechende Beleuchtung für ein gutes Ton- und Bildergebnis wichtig. Hier kommt man schnell in eine Situation, in der gestalterische Veränderungen unausweichlich scheinen.

Während beispielsweise in Räumen ohne Denkmalschutz schallharte Flächen verkleidet werden können, ist das in denkmalgeschützten Gebäuden nicht so einfach möglich. Schallharte Flächen können aber die Raumakustik in Meeting- und Konferenzräumen so schwierig machen, dass dort keine Videokonferenzen durchgeführt werden können. „Hier gilt es, gemeinsam mit dem Architekten Lösungen zu erarbeiten, die die Raumsituation verbessern und vom Denkmalschutzbeauftragten akzeptiert werden“, betont Hugo Nägele.

Auch die Beleuchtung ist ein wichtiger Faktor für die Bildqualität in Videokonferenzen. „Hier bietet die LED-Technologie einen großen Vorteil. Dank der kompakten Leuchtquellen gibt es mit LEDs auch in denkmalgeschützten Räumen mehr Möglichkeiten, die Beleuchtungssituation zu verbessern.

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macom berät und plant für neue Arbeitswelten

„Als erfahrener Fachplaner und Technologieberater klären wir mit unseren Kunden sehr detailliert die geplanten Use-Cases und Nutzeranforderungen. Dabei ist häufig auch eine Beratung nötig, um dem Kunden zu verdeutlichen, welche Möglichkeiten moderne und interaktive Medientechnik eröffnen“, erläutert Hugo Nägele. Steigende Bedeutung hat hierbei der Betrieb der eingesetzten Technik. „Wenn wir davon ausgehen, dass Arbeitsräume und die Technik darin für zehn Jahre genutzt werden sollen, dann wird deutlich, dass die Technik auf die Use-Cases zugeschnitten sein muss. Deshalb lohnt es sich, hier genauer hinzusehen“, so Nägele weiter. Dabei ist die Erfahrung des Fachplaners oft ausschlaggebend für den Erfolg und ob der Raum letztendlich so genutzt werden kann, wie gewünscht.

Autoren:

Dipl.-Ing. Hugo Nägele, Vertriebsingenieur der macom GmbH

Martin C. Wagner, Marketing Manager der macom GmbH

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