Mit über 81.000 Besuchern und fast 1.300 Ausstellern verzeichnete die Integrated Systems Europe 2019 erneut einen Besucher- und Ausstellerrekord. Mit der Ausstellerzahl ist auch die Vielfalt der präsentierten Lösungen gestiegen. Wir zeigen Ihnen die relevanten ISE-Trends 2019 für Ihr Unternehmen. macom war mit 45 Ingenieur-Experten in Amsterdam, um für Sie die neuesten Trends und Innovationen zu identifizieren.

Ab heute und noch bis zum 1. März veröffentlichen wir unsere ISE-Trends-Blogs zu allen wichtigen Neuheiten der ISE – mit Interpretationen und Praxis-Empfehlungen unserer macom Experten.

Passend zu unseren Blog-Themen präsentieren wir Ihnen erstmals auch Video-Interviews mit den Herstellern. Darin stellen wir Ihnen die herausragenden Lösungen der ISE 2019 vor.

Das sind die Trendthemen der ISE 2019

  • AR/VR für Unternehmens-Anwendungen
  • AV as a Service
  • AV-Management-Systeme
  • Digital Signage
  • Event-Technik
  • Kabellose Präsentation
  • LED
  • Interaktive Displays
  • Raumbuchung
  • Smart Building
  • Unified Communication & Collaboration
  • Video Processing
  • Visual Collaboration (Tools)

In unserem heutigen Blog starten wir mit den Themen: UCC und AV-Management-Systeme

Unified Communication & Collaboration: mehr Hersteller, mehr Systeme – doch was ist mit dem Betrieb?

UCC war auf der ISE präsenter als im vergangenen Jahr. Die Zahl der Anbieter und Lösung steigt. Das erhöht einerseits die Wahlmöglichkeiten. Da es unterschiedliche Ansätze bei Technik, Features und Schnittstellen gibt, erfordert das aber eine genauere Auswahl. Da sich UCC in Unternehmen immer mehr verbreitet, müssen immer mehr Clients verwaltet werden. Das schafft neue Herausforderungen für den Betrieb. Noch haben das nicht alle Hersteller ausreichend auf dem Schirm.

Was gab es Neues:

  • Bei den Neuheiten konnten wir unterschiedliche Technik-Ansätze feststellen. Sharp und Avocor präsentierten beispielsweise ihre neuen Windows Collaboration Displays – interaktive Touchdisplays mit Kamera, Lautsprecher und Mikrofonen ohne UC-Client. Die Kommunikation läuft hier über einen Softclient auf einem „Bring-Your-Mobile-Device“ (BYMD) wie einem Laptop oder Tablet. Cisco zeigte auf der Messe mit dem neuen Room Kit Mini, einen kompletten Raum Client, und das neue Webex Board 85, ein 85‘‘ All-in-one-Display, in dem die komplette Hardware inklusive UC-Client integriert ist. Logitech und Crestron präsentierten Peripheriesysteme, die mit einem Software Codec auf MiniPC-Basis kommunizieren.
    (Mehr Info zu den Technik-Ansätzen? Hier finden Sie eine technische Übersicht über die unterschiedlichen UCC-Systeme)
  • Auf der Softwareseite gab es ebenfalls Neues zu sehen. So hat Zoom gegenüber den Vorjahren deutlich nachgelegt und bietet mit seinem Zoom Room nun eine echte Alternative zu den großen Ökosystemen von Microsoft und Cisco. Cisco bietet für Webex zusätzliche funktionale Features von Drittanbietern über einen eigenen App-Shop (z. B. Integration von Philips Hue in WebEx-Umgebungen). Durch die Integration in Office 365 ist Skype for Business/MS-Teams sehr etabliert. Zusätzlich zu den Windows Collaboration Displays gab es zahlreiche Hardware die dafür zertifiziert ist. Google präsentierte seine UC-Anwendung Hangout-Meets und dazu das Google Jamboard, ebenfalls ein interaktives All-in-one-Display. Hoch interessant war der Distributor Maverick, der im Erdgeschoss seines Stands verschiedene UCC-Ökosysteme vorgestellt hat. Mit dabei waren Microsoft (wobei das neue Surface Hub nicht gezeigt wurde), Skype Room Systems, Windows Collaboration Displays, das NEC Infinity Board und verschiedene Zoom-Lösungen.

User-bezogen und offener

  • Insgesamt werden die Systeme immer offener, um so eine vollständige User-Journey abzudecken. Viele Hardware-Hersteller haben ihre Systeme über API-Schnittstellen für UCC-Anwendungen und -Apps anderer Anbieter geöffnet. Sie haben begriffen, dass die Endnutzer einheitliche Nutzeroberflächen wollen. Cisco bietet mit Webex Teams beispielsweise eine einheitliche User-Experience vom Arbeitsplatz bis zu Huddle- und größeren Meeting-Räumen. Die Software-Applikation kann auf eigener Webex-Hardware und auf Geräten von Drittanbietern genutzt werden. Crestron geht mit seiner Flex-Serie einen ähnlichen Weg. Die Flex-Serie bietet Hardware-Lösungen für jede Raumgröße, allerdings ohne eigene UCC-Software. Dafür sind die Produkte offen für zahlreiche UCC-Anwendungen anderer Anbieter.
  • Zudem gibt es vermehrt Schnittstellen zur Raumtechnik. Dabei wird auch das Thema IoT von mehr Herstellern aufgegriffen. Wir konnten auf der Messe mehrere UCC-Displays mit eingebauten Sensoren entdecken. Diese können beispielsweise messen, wie viele Personen in einem Raum sind oder wie die Medientechnik genutzt wird.
  • Zudem konnten wir einen Trend zu User-bezogenen Systemen erkennen, die Hardware- und Orts-unabhängig eine durchgängige Kommunikation ermöglichen. Das beinhaltet auch eine Pay-per-User-Modelle. Damit können User ihre UCC-Clients auf mehreren Endgeräten installieren, ohne zusätzliche Kosten.

Herausforderung Betrieb

  • Als Ersatz für klassischen Videokonferenz-Systemen hat UCC wachsende Bedeutung in Unternehmen. Während aber VK-Systeme meist auf einige exklusive Meeting- und Boardrooms beschränkt waren, haben Unternehmen heute viel mehr kleinere Meeting-Räume, Huddle-Spaces und Arbeitsplätze, die UCC unterstützen. Immer mehr Mitarbeiter haben UCC-Apps auf ihren mobilen Geräten. Dadurch steigt die Zahl von Clients und Devices die verwaltet und betrieben werden müssen. Das stellt ganz neue Herausforderungen an die Unternehmens-IT. Nicht jeder Hersteller hat dieses Thema schon ausreichend auf dem Schirm und kann handhabbare Lösungen anbieten. Hier spielt auch das Thema Rollout-Management hinein, dass bei allen Herstellern durchweg besser sein könnte.

Empfehlungen der macom Experten:

  • „Die große Anzahl an UCC-Systemen ist für Nutzer Segen und Fluch zugleich. Zwar steigt die Auswahlmöglichkeit, zugleich entsteht aber die Qual der Wahl. Nicht jedes System ist für jeden Use-Case geeignet. Zudem kann es Einschränkungen der IT geben, die manche Systeme ausschließen. Deshalb ist es wichtig, die Use-Cases und alle Anforderungen von Nutzern und IT genau zu erfassen. Zudem spielen die Arbeitsprozesse mit Berührung zum UCC-System eine Rolle. Nur wenn diese Punkte vollständig erfasst sind, kann der nächste Schritt der Auswahl getätigt werden.“
    Immanuel Ross, AV-Consultant und UCC-Experte der macom Gruppe
  • „Besonders bei größeren Unternehmen mit mehreren Standorten, national und international, sollte die Hardware-Integration skalierbar und managebar sein. Sinnvoll ist auch ein Test, ob die Hard- und Software für den eigenen Use-Case und in der bestehenden IT-Infrastruktur wirklich zusammen funktionieren. In unserem macomLAB haben wir deshalb verschiedene UCC-Ökosysteme vorinstalliert und können Kunden-Infrastrukturen nachstellen, um solche Tests durchzuführen.“
    Boris Storz, COO und Director Operations der macom GmbH

Steigende Bedeutung von AV-Management-Systemen

Im Bereich AV-Management-Systeme zeigte die diesjährige ISE einige Bewegung. Insgesamt gesehen wird das Thema immer präsenter. Allerdings gilt das nicht für alle Hersteller. Zudem bleiben immer noch verschiedene Fragen offen.

Was gab es Neues:

  • Auffällig war, dass es immer mehr Hersteller gibt, die Monitoring-Tools für die Kontrolle der eigenen Produktgruppen anbieten. Einige davon sind relativ offen und können über API-Schnittstellen mit Tools anderer Hersteller verbunden werden.
  • Bei den großen Herstellern etablierter Systeme gab es dagegen vergleichsweise weniger Neues zu sehen. Konkrete Weiterentwicklungen gab es kaum. Zum Teil werden stattdessen parallel neue Systeme entwickelt. Insgesamt gewinnt man den Eindruck, dass hier noch etwas das strategische Konzept fehlt.
  • Positive Beispiele sind Barco mit Overture und AVI-SPL mit Symphony. Während Overture für Barco in den vergangenen Jahren im Hardware Portfolio eher eine untergeordnete Rolle zu spielen schien, wurde das System zur diesjährigen ISE mit einigen sinnvollen neuen Features ausgestattet, wie z. B. der Anbindung von Active Directory. AVI-SPL hat sein AV-Management-System bisher nur in Kombination mit der Bereitstellung eigener Betriebsdienstleitungen als Lizenzmodell angeboten. Nun gibt es anscheinend Überlegungen, das System auch als On-Premise-Produkt zum Verkauf anzubieten. Besonders für Kunden mit sicherheitssensiblen Daten wie Finanzunternehmen ist das interessant. Mit dieser Überlegung steht AVI-SPL nicht alleine. In den vergangenen Jahren ging der Trend eher zu Cloud-basierten Lizenzmodellen. Dieses Jahr haben jedoch wieder mehr Hersteller zusätzlich auch On-Premise-Lösungen angeboten. Diese werden vom Kunden einmal gekauft und dann auf den eigenen Servern betrieben. Hier scheinen die Hersteller die Sicherheitsbedenken aus vielen IT-Abteilungen ernst zu nehmen.

Funktionen und offenen Fragen:

  • Beim Funktions-Umfang der Tools konnten wir drei typische Stufen feststellen. Grundlegend ist dabei die Monitoring-Funktion. Darauf setzen viele Systeme eine Steuerungsfunktion, dies in unterschiedlichster Philosophie und Ausprägung. Nur vereinzelte Systeme haben darüberhinausgehende Funktionen wie ein Digital Signage-Management oder ein Raumbuchungs-System integriert. Beispielhaft kann hier TEOS von Sony genannt werden.
  • Offen bleibt jedoch häufig die Frage, was mit den gewonnenen Daten aus dem Monitoring passieren soll. Zum Teil müssen das natürlich die Endkunden beantworten. Sie müssen entscheiden, wie die Monitoring-Daten in die eigenen Prozesse einfließen sollen. Die technische Seite dieser Frage betrifft aber die Hersteller. Hier geht es um Auswertungs-Möglichkeiten, Export-Funktionen, sinnvolle Dateiformate für die extrahierten Daten und Schnittstellen. Hier haben viele Hersteller noch Nachholbedarf.

Empfehlung der macom Experten:

  • „Durch die steigende Vielfalt der AV-Management-Systeme ist eine genaue Auswahl wichtig. Wir empfehlen, dabei drei Aspekte zu beachten.
    1. Die Use-Cases und Stakeholder-Anforderungen: Nur wenn ein System die Use-Cases abdeckt und alle Nutzeranforderungen erfüllt, wird es erfolgreich genutzt und kann einen Mehrwert generieren. Deshalb sollten zuerst alle Anforderungen vollständig erfasst werden. Zum Teil müssen wir als Berater diese erst mit dem Kunden grundlegend definieren, da das Thema zentrale Überwachung in der AV-Branche nach wie vor nicht flächendeckend etabliert ist.
    2. Die technologische Betriebsumgebung: Welche Betriebsumgebung besteht in Ihren Meetingräumen? Welche Produkte setzen Sie ein? Wie sehen Ihre technischen Infrastrukturen aus? Im Weiteren auch zu beachten: Wie sind die betrieblichen Prozesse aufgestellt bzw. gibt es für die Medientechnik überhaupt welche? All das sollten Sie bei der Systemauswahl bedenken.
    3. Die Rollout-Reichweite: Wollen Sie nur die Medientechnik in einem Standort zentral überwachen und steuern oder wollen Sie ein System für ihre nationalen oder internationalen Standorte? Nicht jeder Anbieter ist für einen internationalen Rollout gerüstet. Zudem entstehen dabei auch ganz andere Anforderungen für den Betrieb. Eine Beratung durch einen erfahrenen AV-Consultant ist hier sinnvoll.“
    Jens Martin, AV-Senior Consultant und AV-Management-Experte der macom Gruppe.

Was waren die interessanten Lösungen für UCC und AV-Management-Systeme auf der ISE 2019? Wir zeigen es Ihnen in unseren Video-Interviews.

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Nächste Woche geht es weiter mit unserem zweiten ISE Trends-Blog. Sie wollen immer aktuell über unsere neuen Blogbeiträge informiert sein? Dann folgen sie unseren Social-Media-Kanälen oder melden sie sich jetzt für unseren Newsletter an.

Bis nächste Woche,

Ihr Martin C. Wagner
Marketing Leiter der macom Gruppe

 

Als macom Fachexperten waren für Sie auf der ISE 2019:
Boris Storz, COO und Director Operations der macom GmbH
Jens Martin, AV-Senior Consultant und AV-Management-Experte der macom Gruppe.
Immanuel Ross, AV-Consultant und UCC-Experte der macom Gruppe

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