Warum die Umsetzung des „Digitalpakts Bildung“ nicht die Geschwindigkeit aufnimmt, die sich alle wünschen.

Ein Jahr ist mittlerweile vergangen, in dem sich unser Leben wie wir es alle zusammen bis dahin gekannt haben, Zug um Zug verändert hat. Nahezu kein Bereich unseres alltäglichen Lebens blieb im Lauf der Pandemie unverändert.

Ein Bereich, der wie fast kein anderer in der öffentlichen Diskussion sichtbar wurde, war das Thema „Digitalisierung von Schule und Bildung“. Durch den Ausfall vom Präsenzunterricht und die daraus resultierende Notwendigkeit zum Distanzunterricht wurden die fehlenden Möglichkeiten eklatant sichtbar.

Digitale Bildung, ein Thema, das uns alle direkt oder indirekt irgendwie betrifft und ein Thema, bei dem wir alle irgendwie mitreden können. In den verschiedensten Talkshows haben Politiker aller politischen Lager regelmäßig Ihrer Unzufriedenheit über die Umsetzung freien Lauf gelassen.

Komplizierte und langsame Mittelbereitstellung

Natürlich wollte sich dabei keiner der zuständigen Landespolitiker mehr daran erinnern, dass aufgrund der langwierigen Diskussionen und Blockaden fast ein Jahr zwischen der Ankündigung des Bundes, 5 Milliarden in die Schulen investieren zu wollen, und der Einigung, wie dies geschehen könnte, nutzlos verstrichen war. Erst am 15. März 2019 stimmte der Bundesrat der notwendigen Grundgesetzänderung zu. Fast ein Jahr wurde von der Ankündigung des Bundes bis zu diesem ersten Schritt vergeudet.

Im Mai 2019 wurde dann die Vereinbarung zwischen Bund und Ländern zur Umsetzung geschlossen und im Anschluss daran mussten sämtliche Bundesländer diese Vereinbarung in Landesrecht umsetzen. Alles in allem in Prozess der knapp 2 Jahre dauerte.

Bis Ende Dezember 2020 sind nur 1,363 Milliarden Euro der im Jahr 2018 zugesagten und auch bereitgestellten 5 Milliarden abgeflossen oder bewilligt worden (Quelle: Spiegel). Das sind nur rund 25 %; knapp Zwei Jahre nach Ankündigung des Bundes, 5 Milliarden bereitzustellen.

Corona rückt Versäumnisse ins Rampenlicht

Vermutlich wäre das Thema ohne diese Pandemie gar nie so präsent und so relevant geworden. Auch nicht bei uns, der Firma macom. Zumindest ein positiver Aspekt.

Wir hatten uns bereits zum Ende des Jahrs 2019 mit dem Thema beschäftigt, um einigen Bestandskunden der öffentlichen Hand eine entsprechende Hilfestellung anbieten zu können. Wir wurden damals von verschiedenen Schulen und Schulträgern angesprochen, ob wir Sie bei der Umsetzung des Digitalpakts unterstützen könnten. Dies hat uns dazu bewogen, das Thema explizit zu beleuchten und passende Beratungsleistungen zur Umsetzung des Digitalpakts zu entwickeln.

Aufgrund der aufwändigen Prozesse und Abläufe hatten wir für uns zuerst allerdings nicht dafür entschlossen, dieses Thema auch vertrieblich wirklich aktiv anzugehen.

Als Experten und betroffene Eltern unterstützen wir Schulen

Diese Entscheidung haben wir mittlerweile revidiert. Wir versuchen, wo immer möglich den Schulen, Kommunen und sonstigen Schulträgern mit unseren Leistungen zu helfen. Wenn wir damit einen kleinen Teil dazu beitragen können, dass diese wichtige Aufgabe auch nur eine Woche schneller umgesetzt werden kann, ist das für uns als Unternehmen ein zusätzlicher Geschäftsbereich und für uns als Eltern eine große Hilfe. So unsere doppelte Motivation.

Wie macom hilft, die Digitalisierung von Schulen zu beschleunigen

Wie ist die Vorgehensweise und der Prozess und was sind die größten Herausforderungen bei der Umsetzung des Digitalpakts und bei der Beschaffung der Technologie?

Die Umsetzung des Digitalpakts führt durch den kompletten Prozess der Digitalisierung einer Bildungseinrichtung und besteht im Wesentlichen aus 3 Phasen:

Phase 1: Beratung & Konzeption

In dieser Phase ist es extrem wichtig, den aktuellen IST-Bestand zu analysieren, alle Anforderungen, Wünsche und Bedürfnisse der Lehrkräfte aufzunehmen, die didaktischen Konzepte mit den technischen Wünschen in Einklang zu bringen und daraus technische Konzepte zu erstellen, die sich dann in den Medienentwicklungsplänen wiederfinden. Dieser Prozess bildet die Basis für eine erfolgreiche Projektumsetzung und die spätere Akzeptanz der Technologie.

Dies ist auch die Basis für die Förderanträge und die Bewilligung der entsprechenden Mittel.

Phase 2: Planung & Beschaffung

Die klassische Planung und Beschaffung der Technologie innerhalb der Regularien der öffentlichen Hand ist ein klar festgelegter Prozess.

Von der Ausschreibung und Vergabe von Aufträgen über das Management des Roll-out der Technologie bis zu einer Abnahme der installierten Systeme kann ein Fachplaner natürlich die öffentliche Hand ideal unterstützen.

Phase 3: Schulung & Betrieb

Als abschließenden Punkt ist es natürlich äußerst wichtig, die Nutzung der Technologie über ein Schulungskonzept für die Lehrkräfte auch zu gewährleisten. Darüber hinaus muss mit dem Schulträger ein Betriebskonzept für die Technologie entwickelt werden. Der Schulträger hat die Kosten für den Betrieb der angeschafften Technologie auf Dauer zu finanzieren, die Lehrkraft braucht klare Prozesse und Zuständigkeiten wohin Sie sich bei Fragen und Problemen mit der Technologie wenden kann.

Fazit: Geld heilt nicht alle Wunden, eher dann doch die Zeit

Als Fazit bleibt im Raum, dass eine Vielzahl von technischen Lösungen für alle Anforderungen existieren und nahezu alle Wünsche technisch realisierbar sind. Die Herausforderungen liegen darin, alle Projektbeteiligte mit in den Anforderungsprozess zu integrieren und auch die eingesetzten Lösungen soweit möglich zu standardisieren.

Diese drei Phasen beinhalten auch die Herausforderungen, vor die die Schulen und Schulträger gestellt werden. Weder das Schulamt, noch die städtische IT-Abteilung oder die Gebäudeverwaltung kann dieses Thema alleine umsetzen. Es ist ein Querschnittthema über verschiedene Abteilungen und Zuständigkeiten in einer Kommune. Die Schule und vor allem auch die Schulträger brauchen hierfür explizit Personal und Ressourcen, also Zeit.

Die vielen zusätzlichen Aufgaben wie die Umsetzung von Hygienevorschriften und die sonstigen Aufgaben, die sich mit der Pandemie ergeben haben, lasten darüber hinaus zum Großteil auf denselben Schultern wie die Umsetzung des Digitalpakts.

Die größte Herausforderung für die Schulträger liegt somit sicherlich darin, den kompletten Prozess der Digitalisierung und die Umsetzung des Digitalpakts Schule zu managen, alle Projektbeteiligten mitzunehmen und den Roll-out zu organisieren. Dies erfordert viele Ressourcen mit entsprechendem Know-how die nicht immer vorhanden und greifbar sind.

Die Digitalisierung der Lehre ist keine Aufgabe die man „nebenbei“ so mitmachen kann. Weder als zuständige Lehrkraft noch als Schulträger.

Es reicht auch nicht aus, immer noch mehr Gelder hier bereitzustellen um den „Digitalisierungs-Turbo“ zu zünden wie es der bayerische Ministerpräsident im Juli ankündigte. Geld heilt hier nicht alle Wunden.

Was fehlt, ist Zeit. Zeit bei den zuständigen Mitarbeitern bei den Schulträgern um sich mit diesen Aufgaben zu beschäftigen und die Dinge zu organisieren. Nicht zuletzt deshalb hat es der Gesetzgeber ermöglicht, externe Beratungsleistungen, die hier unterstützen können auch über die Mittel aus dem Digitalpakt Bildung zu finanzieren.

Somit kann Geld hier eventuell doch helfen, sich die externe Unterstützung zu holen, um die Umsetzung zu starten.

Geld heilt keine Wunden, aber Geld kann unterstützen sich Hilfe zu holen.

Autor: Siegfried Hermann, Geschäftsführer macom GmbH

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