Park Hyatt Vienna: Medientechnik wunschgemäß unsichtbar

 

Display-Monitore, die aus Kaminen empor fahren, Fernsehschirme in Möbeln verstaut, Lautsprecher hinter Wänden und in Sofas versteckt – die Liste der medientechnischen Besonderheiten im neuen Park Hyatt Hotel Vienna ist lang. macom hat im Auftrag des Bauherren Signa Prima Selection in dem neuen Fünf-Sterne-Superior-Hotel nicht nur Medientechnik State-of-the-art realisiert, sondern zahlreiche außergewöhnliche Anforderungen umgesetzt. Das Besondere dabei: Von der Medientechnik ist in dem denkmalgeschützen Luxushotel nichts zu sehen. Eine Herausforderung, die nach neuen Wegen verlangte.

„Medientechnik vom Feinsten“
Für Dietmar Ploberger war die Sache von Anfang an klar: Bei so einem Großprojekt und bei den speziellen Anforderungen kann man die Medientechnik nur einem absoluten Spezialisten übertragen, fand der Projektmanager der Signa Development Immobilien Entwicklungs GmbH, einem europaweit agierenden Immobilien-Projektentwickler mit Sitz in Wien. Die Verantwortlichen bei Hyatt, dem Betreiber des neuen Luxushotels in der Wiener Innenstadt, sahen es genauso.

 

Bei Hyatt hatte man bereits gute Erfahrungen mit macom gemacht, darum hatte die Hotelgesellschaft macom dem Immobilienpartner aus Wien empfohlen. Signa gefielen nach den Worten von Dietmar Ploberger die Referenzen des deutschen AV-Spezialisten: „Wir hatten den Eindruck, dass dort sehr professionell gearbeitet wird“. Bauherr und Hotelbetreiber entschieden sich darum, die gesamte Medientechnik im Park Hyatt Vienna von macom planen zu lassen.

Eine Entscheidung, die Dietmar Ploberger heute, zweieinhalb Jahre nach Baubeginn und wenige Wochen nach der Eröffnung des 21 000 Quadratmeter großen Hotels nicht bereut. „Die Ergebnisse haben die Erwartungen erfüllt und sogar übertroffen.“ Man habe im Park Hyatt Vienna heute „Medientechnik vom Feinsten“ umgesetzt und konnte vor allem den zentralen Anspruch des Hotelbetreibers erfüllen: In einem Hotel, das mit einem sehr hohem Aufwand ein Zitat der Jahrhundertwende darstellt, darf nirgendwo auch nur ein Kabel, ein Monitor oder ein Lautsprecher zu sehen sein. Wo Kronleuchter hängen, soll keine Projektionsleinwand herunterfahren, an einer rekonstruierten Stuckdecke darf kein Beamer baumeln. Die Anforderungen des mit der Innenarchitektur beauftragten Büros „Studio FG stijl“ aus Amsterdam waren maximal hoch, unterstreicht Ploberger. Seine Bilanz: „macom hat diese Anforderungen perfekt technisch umgesetzt.“

Projekt der Superlative
Das Wiener Projekt ist ein Superlativ: Signa kaufte 2008 das mehr als 100 Jahre ehemalige Bankgebäude „Am Hof 2“, um es zum ersten österreichischen Park-Hyatt-Hotel umzubauen. Klares Ziel von Bauherr und Betreiber Hyatt: Das denkmalgeschützte Haus sollte mit radikaler Konsequenz genau jene Zeit widerspiegeln, in der es vor 100 Jahren gebaut wurde. Ganz so als ob die damaligen Architekten das Hotel neu bauen würden. Bauherr Signa scheute dabei keinen Aufwand. Beispiele: 20 akademische Restauratoren dokumentierten den historischen Bestand und überwachten den Bau. Decken, Wände und Wandverkleidungen wurden demontiert und an anderer Stelle wieder zusammengesetzt. Das gesamte Gebäude wurde angehoben, um im Untergeschoss einen Pool zu bauen. 200 handverlesene Kunsthandwerker aus ganz Europa kümmerten sich um Stein-, Glas- und Holzarbeiten. Textilien wurden mit zertifizierten Stoffen eigens neu gewoben. Dietmar Ploberger: „Unser Konzept kannte keine Kompromisse.“

Dieses Prinzip galt auch für macom. Der Leistungsumfang für den Spezialisten für AV-Technik mit Stammsitz in Stuttgart: Konzept, Entwurf, Ausführungsplanung, Ausschreibung und Objektüberwachung eines Hotel-Entertainmentsystems und der AV-Technik im gesamten Gebäude, also in allen 108 Zimmern und 34 35 Suiten und in allen öffentlichen Räumen – vom Gym bis zum Ballsaal.

IP-TV-Systeme: Wohlfühlfaktor steht an oberster Stelle
Für das IP-TV-System präzisierte macom zunächst die Ausschreibung. Mit einem Ziel: Während der Umsetzungsphase sollten Diskussionen mit dem Ausschreibungsgewinner vermieden werden. Wie macom-Projektleiter Thomas Hülsmann berichtet, ist das gelungen. Der Systemintegrator attestierte der IP-TV-Ausschreibung sie sei „bombenfest“, dementsprechend gab es auch keinen Nachtrag. Auch mit dem Ergebnis der IP-TV-Ausschreibung sind Bauherr und Hotelbetreiber zufrieden. Die Lösung des Anbieters Locatel überzeuge unter anderem durch ihre Flexibilität, fehlende Programme etwa lassen sich vom Dienstleister binnen Minuten ergänzen, ohne dass ein Techniker das Hotel betreten muss. Bei den Ausstattungsfeatures des IP-TV-System hat man sich in dem Wiener Luxushotel übrigens auf Basis-Funktionen konzentriert, etwa den Check-Out über den Bildschirm. Aufwändige Extra-Features, beispielsweise die Anbindung eigener Devices via W-LAN an das TV-System, brauche der Gast nicht, weiß Dietmar Ploberger. Die Reduktion auf das Wesentliche erhöhe das Wohlfühlgefühl des Gastes.

Glücklich ist man bei Signa auch mit der Wahl des TV-Herstellers Loewe. Die Loewe-Monitore – mit hotelweit 322 Set-Top Boxen verbunden – böten das beste Bild und dank ihrer Front-Lautsprecher den besten Klang. Eine Auswahlentscheidung von vielen, berichtet Ploberger, die macom fachlich sehr gut unterstützt habe. In diesem Fall war das besonders wichtig, denn Loewe hatte während der Bauphase einen Eigentümerwechsel zu verzeichnen. Die Wahl auf ein IP-basiertes TV-System erweist sich heute in Wien auch als die richtige Entscheidung. Die Flexibilität eines IP-TV-Systems ist enorm, berichtet Dietmar Ploberger. Überall, wo Netzwerkbuchsen zur Verfügung stehen, lassen sich Monitore anschließen, etwa bei Veranstaltungen. So konnten die Gäste der Hoteleröffnung den Live-Stream der Kameras auf allen Bildschirmen im Hause sehen. Hotelgäste können selbst auf den Bildschirmen der Fitnessgeräte im Gym ihren Wunschfilm aus dem zentralen Video-On-Demand-System ordern. Er wird selbstverständlich über das Hotelsystem abgerechnet.

„Hörbarer Luxus“
In den 35 Suiten waren die Anforderungen an die Medientechnik nochmal höher, berichtet Bauherr Ploberger. Der Gast sollte etwa ein Surround-Audio-System vorfinden, sollte aber keinen einzigen Lautsprecher sehen. macom betrat hier Neuland und machte Versuche mit hinter Wänden und Spiegeln versteckten Excitern – mit guten Ergebnissen. Heute sind in den Suiten des Park Hyatt Lautsprecher hinter Spiegeln, Wänden und in Möbeln versteckt. TV-Monitore erheben sich in den Suiten auf Knopfdruck aus Möbeln (Pop-Up-Konsolen), in den Hotelzimmern gibt ein Klapp-Spiegel den Fernseher frei. In den Bädern schicken die Bildschirme ihr Licht durch den Spiegel hindurch. Suiten-Alle Gäste im Park Hyatt können ihre eigenen Geräte über ein Mediahub mit der vorhandenen Infrastruktur verbinden. Eine macom-Idee war es, den Suiten-Alle Gästen haben zusätzlich ein Bluetooth-Lautsprechersystem (Soundlink Mini von Bose) hinzustellen zur Verfügung, mit dem sie einfach die Musik ihres Smartphone hören können. macom übernahm für die zahlreichen Speziallösungen die gesamte Abstimmung mit den vielen Beteiligten, etwa mit den Möbelherstellern und Innenarchitekten. „Weil jede Suite und jedes Zimmer einzigartig ist, waren es im Grunde 145 143 Einzelprojekte“ berichtet Thomas Hülsmann.

Die Idee der „Sound-Bench“: Innovation made by macom
Auch für die Beschallung der öffentlichen Räume im neuen Wiener Fünf-Sterne-Haus brauchte es neue Lösungen. Schließlich galt auch für Spa, Gym, Rezeption, Bar, Schauküche, Eventfläche und vor allem für die fünf Tagungsräume, drei Pausenräume und dem 640 202 Quadratmeter großen Ballsaal das Gebot der Unsichtbarkeit der Medientechnik. Für die Veranstaltungsräume gab es nur eine Lösung: Große Bildschirme müssen Leinwände ersetzen und diese Bildschirme können nur in den Kaminverkleidungen versteckt werden. So fahren nun in den Tagungsräumen Liftsysteme im Kamin 70 und 80 Zoll große Monitore nach oben und eine Klappe aus Marmor gibt den Bildschirm frei. Lautsprecher sind auch hier in den Wänden versteckt, in einem Wartebereich im Hoteleingang stecken sechs Hochleistungslautsprecher sogar in einem Sofa, eine macom-Lösung, für die in Wien die Wortschöpfung „Sound-Bench“ kreiert worden ist. An Innovation nicht genug: Mit den Sofa-Lautsprechern lassen sich verschiedene Lautsprecherzonen einrichten, so dass auch hier einer Vorgabe der Innenarchitekten Bauherren entsprochen wird: Nirgendwo im Hotel soll es zu Sound-Überlappungen kommen, überall gibt es klangfreie Pufferzonen. Und dank der insgesamt 100 Digitalen Signalprozessoren (DSP) lässt sich der Klang für jeden einzelne Raumakustik individuell anpassen.

Modernste Technik, die Gäste und Personal begeistert
Im Veranstaltungsbereich wird die AV-Technik mit nutzerfreundlichen Paneelen des Herstellers AMX bedient. Für die Steuerung der Medientechnik im Haus wurde das Hotelpersonal mit iPads ausgestattet. Auch hier wurde im Park Hyatt Vienna wieder eine Besonderheit realisiert: Mit der iPad-Software des Systemintegrators wird in Wien auch das Licht gesteuert. Licht, Audio und Video können also von einer Oberfläche aus bedient werden - und das für jeden öffentlichen Raum im gesamten Haus. So kann man etwa mit dem iPad die fest installierten Kameras im Ballsaal lenken, das Bild heranzoomen und definieren, wohin es übertragen werden soll – etwa in einen der Tagungsräume. Das Hotelpersonal, berichtet Signa-Projektmanager Dietmar Ploberger, ist von derlei nutzerfreundlicher Technik „hellauf begeistert“. So etwas habe man eben vorher noch nirgends gesehen.

Die richtige Wahl getroffen
Wenige Wochen nach der Hoteleröffnung zieht man bei Signa in Wien eine positive Gesamtbilanz über die Zusammenarbeit mit dem Medientechnik-Partner aus Stuttgart. „Wir sind äußerst zufrieden, die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert“, sagt Dietmar Ploberger. macom habe immer wieder Bereitschaft gezeigt, sich tief in das anspruchsvolle Projekt hineinzuknien: „macom hat sich sehr mit dem Projekt identifiziert.“ Obendrein sei der AV-Spezialist immer wieder unkompliziert ansprechbar gewesen, wenn es – etwa bei der Umsetzung – zu Herausforderungen kam. Über die Aufwände dafür, sagt Ploberger, habe man sich immer „gut geeinigt“. Am Ende des Tages habe man 98 Prozent dessen, was man sich vorgenommen habe, auch realisiert, sagt Ploberger. Das spreche für das ursprüngliche Konzept. Die Wahl eines Spezialisten für das komplexe Thema Medientechnik, weiß man bei Signa, habe sich bewährt.

„macom hat sich sehr mit dem Projekt identifiziert. Wir sind äußerst zufrieden, die Zusammenarbeit hat sehr gut funktioniert.“
Dietmar Ploberger, Projektmanager SIGNA Development Immobilien Entwicklungs GmbH

 

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